80 Zentimeter Kleingedrucktes

Ein Auto in den USA zu mieten ist ein kleines Abenteuer. Grund sind die Autovermieter, welche mit verschiedenen Tricks und Kniffen versuchen, einem zusätzliche Leistungen oder Upgrades zu verkaufen. So auch bei DOLLAR, unserer Autovermietung in San Francisco:

1. Versuch: „Das Auto, das sie sich ausgesucht haben ist sehr klein“

Wir haben tatsächlich das kleinste Auto gebucht, das von der Größe etwa dem neuesten VW Polo entspricht (also fast vier Meter lang ist). Der Verkäufer versucht uns nun einen größeren Wagen schmackhaft zu machen. Der wäre viel bequemer, hätte eine bessere Klimaanlage und sei für uns doch viel passender. Dabei deutet er auf eine laminierte Übersicht auf der Theke mit vielen großen glänzenden Autos. Wir erklären fröhlich, dass die Autos in Deutschland ja noch viel kleiner seien und wir immer das Fenster runterkurbeln, wenn uns zu warm werde.

2. Versuch: „Sie sind unterversichert. Was passiert, wenn sie den Wagen gegen eine Mauer fahren oder den Schlüssel im Auto vergessen? Das kostet schnell 3000-4000 Dollar…“

Natürlich haben wir die wichtigsten Versicherungen schon mitgebucht. Haftpflicht und Vollkasko ohne Selbstbeteiligung. Der Verkäufer versucht uns nun, eine „Roadsafe“-Versicherung aufzuschwatzen. Für nur 5,99 Dollar pro Tag (vermutlich plus Steuern) wären wir optimal geschützt. Bei 16 Tagen kommen so rund 100 Dollar zusätzlich zusammen. Wir lehnen mehrfach ab, irgendwann gibt er auf.

3. Versuch: Die Tankregelung

Hier bleibt es nicht beim Versuch, denn die Tankregelung ist bei Mietwagen in den USA tatsächlich anders als in Deutschland: Man kauft bei der Anmietung die erste Tankfüllung mit und darf dafür das Auto leer zurückgeben. Wenn man den Wagen nicht komplett leer zurückgibt, schenkt man dem Vermieter den Rest. In Deutschland mietet man Autos hingegen voll und gibt sie voll zurück. Inzwischen gibt es auch Mietwagen-Angebote für die USA, in denen die erste Tankfüllung bereits inklusive ist. Doch hier lohnt das genaue Rechnen, zumal die Spritpreise in den USA deutlich günstiger sind.

Am Schluss müssen wir alle gewählten und auch die nicht gewählten Optionen (u.a. eine „Emergency Sickness Protection“) auf einem Touchscreen bestätigen. Hinzu kommen Hinweise zu mautpflichtigen Straßen, für die wir ein extra Paket erwerben können, sowie zu Verkehrsbußen, welche mit einem 25-Dollar-Aufschlag abgerechnet werden. Alles in allem bestimmt zehn Bildschirmseiten mit Kleingedrucktem, welches wir in einem nicht gerade transparenten Verfahren bestätigen. Als wir die Tortur überstanden haben, drückt uns der Autovermieter einen etwa 80 cm langen Bon in die Hand. Er lächelt: „I still got a nice car for you“.

Oh hoppla, da hab ich wohl die Bilder verwechselt. Hier nun unser „Kleinwagen“: Ein fast neuer Ford Fusion mit vier Türen, Klimaanlage und viel Stauraum hinten.

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3 Gedanken zu „80 Zentimeter Kleingedrucktes

  1. Mir ist Ähnliches passiert: bei der Abholung des Mietwagens wurden mir diverse zusätzliche Abschlüsse vorgeschlagen, von denen ich ALLE abgelehnt habe, auch die $ 5,99 für den ROADSAFE. Auf dem kleingedruckten, 60 cm langen Kassenstreifen musste unten unterschrieben werden, was ich auch tat. Dadurch übersah ich, dass der Mensch, der mich bedient hatte, die $ 5,99 pro Tag für ROADSAFE heimlich auf den Beleg gebracht hat. Das merkte ich jetzt, nach Rückkehr aus deN USA. Das ist für mich BETRUG!!!

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