Reisen ganz privat: AirBnB

Für den Beginn unserer Reise durch die Südstaaten der USA haben wir uns vorgenommen, anstatt eines gesichtslosen Hotels oder Motels in Atlanta eine Privatunterkunft zu buchen und zum ersten Mal die amerikanische Plattform „AirBnB“ ausprobiert. Das Prinzip ist einfach: Privatleute bieten im Portal ein Zimmer inklusive Frühstück und Benutzung der Küche, Wohnzimmer etc. an. Nebenbei erfährt der Interessent über die Seite einiges über die Gastgeber: Welchen Berufen sie nachgehen, womit sie ihre Freizeit verbringen und ob sie den Gast als vorübergehendes Familienmitglied sehen oder einfach nur Geld verdienen wollen. Den Preis legen die Gastgeber selbst fest, das Portal erhebt eine zusätzliche Servicegebühr. Neben dem günstigeren Preis war für uns das entscheidende Argument, einen kleinen Einblick in den amerikanischen Alltag zu erhalten und vielleicht noch ein paar Geheimtipps für unsere Reise durch Georgia, Alabama, Mississippi, Tennessee und South Carolina zu erhalten.

Während man sonst im Hotel einfach die Schlüsselkarte überreicht bekommt, hatten wir bei der Ankunft noch drei Hindernisse zu umschiffen. Unsere Gastgeber hatten uns zwar den Code gegeben, um das Tor der so genannten „Gated Community“ zu öffnen. Selbst nach mehrmaliger Eingabe bewegte es sich jedoch keinen Millimeter. So blieb uns nichts anderes übrig als zu warten, bis zwei Bewohner vorfuhren und uns hineinließen.

In der Community angekommen, stellten wir fest, dass sie deutlich größer war als wir dachten – und alle Häuser nahezu identisch aussahen. Wie sollten wir hier jemals das Haus unserer Gastgeber finden? Eine Hausnummer hatten sie uns leider nicht verraten, und so kurvten wir eine Zeitlang durch die Straßen, bis wir zufällig ein Paar trafen, das die beiden kannte und uns netterweise das richtige Haus zeigte.

Doch damit nicht genug: Wir klingelten, doch es war niemand zu Hause. Lag es daran, dass wir uns um eine Stunde verspätet hatten? Nun war guter Rat teuer. Doch auch diesmal half uns die selbstverständliche Freundlichkeit der Amerikaner weiter. Die Nachbarn riefen unsere Gastgeber an, die einfach nur etwas essen gegangen waren und uns eine E-Mail geschickt hatten, die wir aber mangels mobilem Internet nicht hatten abrufen können. Und so bekamen wir den entscheidenden Tipp: Hätten wir vorher gewusst, dass das Sicherheitsempfinden in der nach außen abgeriegelten Community derart hoch ist, hätten wir sofort unter der Fußmatte nachgesehen, wo sich der Schlüssel zum Apartment versteckte!

Mit ein wenig Unbehagen inspizierten wir unser Domizil zunächst alleine und konnten später den Abend mit unseren überaus herzlichen Gastgebern verbringen. Wir haben uns die Feinheiten des American Football erklären lassen, gelernt, wie man „den besten Kaffee der Welt“ (Zitat unseres Gastgebers) macht und wo man das beste Chicken-Sandwich des Landes bekommt. Erstaunt waren wir vor allem über das große Vertrauen ins uns unbekannte Gäste, mit dem uns unsere Gastgeber am nächsten Morgen ihre Wohnung überließen und für ein Wochenende in die Berge fuhren.

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2 Gedanken zu „Reisen ganz privat: AirBnB

  1. Das ist ja ein dicker Hund. Tag für Tag schau ich hier rein und hatte die Hoffnung fast schon aufgegeben, dass ihr noch was schreibt. Anscheinend ist es jetzt endlich soweit, so ein Artikel will ja auch wohl überlegt sein. 😉 Gibt es denn gar keine erläuternden Bilder
    LG

    Horst

    • Lieber Horst,

      sehr richtig, so ein Artikel will gut überlegt sein. Wir hätten gerne noch ein Foto des Hauses veröffentlicht, waren uns im Nachhinein aber nicht sicher, welches Haus das richtige ist. Bildbeiträge über Atlanta und weitere Stationen sind aber in Planung.

      Fröhliche Grüße

      Die Reisefüchse

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