6 Gründe, warum Bahnfahren in Japan anders ist

Die ersten zwei Etappen liegen hinter uns und haben einiges Überraschende über das Bahnfahren in Japan enthüllt. Sechs Dinge, die garantiert anders sind als in Deutschland:

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1. Die Reservierung: In den Shinkansen-Zügen fährt man mit Reservierung. Die Waggons 1-3 sind zwar für Reisende ohne Reservierung vorgesehen, wer sicher mitkommen möchte, sollte sich aber vorher eine (kostenlose) Platzkarte beim Ticket Office holen. Einfach den Japan Rail Pass vorzeigen und die gewünschte Verbindung nennen. Da am Bahnsteig genau beschriftet ist, wo welcher Waggon hält und jeder Fahrgast sich schnurstracks zu seinem reservierten Platz begibt, entfällt das chaotische Herumgelaufe im Zug in beide Richtungen, und bevor der Zug den Bahnhof verlässt, sitzen alle an ihrem Platz.

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2. Die anderen Reisenden: Wer sich einmal an das auf deutschen Bahnhöfen übliche Gedrängel und Geschubse gewöhnt hat, wenn der Zug einfährt, reibt sich in Japan verwundert die Augen. Die Bahnsteige sind extrem schmal und trotzdem entsteht kein Durcheinander. Jeder stellt sich ordentlich in die für ihm vorgesehene Warteschlange, und zwar so, dass davor und dahinter jeweils noch eine Person vorbeigehen kann.

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3. Der Sitzabstand. Kaum zu glauben, aber der Shinkansen bietet deutlich mehr Beinfreiheit als das deutsche Äquivalent, der ICE. Unsere Sorge, großes Gepäck nicht unterbringen zu können, war völlig unbegründet: auch große Koffer finden im Gepäckfach locker Platz. Anders wird es, wenn man in andere Zugkategorien, zum Beispiel den langsameren Limited Express umsteigt. Diese Züge sind etwas enger und größere Gepäckstücke passen nur noch in die Ablageflächen am Ende jedes Waggons.

4. Die Geschwindigkeit. Die Strecke Tokyo-Hiroshima (900 km) schafft der Shinkansen in viereinhalb Stunden, mit einem Mal umsteigen in Shin-Osaka. Und das ist nicht die schnellste Verbindung: Der Nozomi, den wir mit dem Japan Rail Pass nicht benutzen dürfen, heizt in vier Stunden ans Ziel.

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5. Die Verpflegung: Das Speisenangebot im Zug haben wir noch nicht getestet, sondern es unseren japanischen Mitreisen gleichgetan und uns als Wegzehrung jeder eine Bento-Box am Bahnhof geholt. Diese hübsch verpackten Boxen gibt es an jedem Bahnhof in speziell dafür vorgesehenen, rappelvollen Geschäften (die Japaner wissen eben, wo es schmeckt). Die Boxen enthalten regionstypische kleine Gerichte, von jedem etwas: Fisch, Fleisch, Gemüse, Ei und Reis oder Nudeln und manchmal auch etwas Süßes zum Nachtisch. Fazit: Schmeckt super und macht satt!

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6. Die Aussicht: Wer sich auf den Shinkansen-Strecken auf Honshu malerische Ausblicke erhofft, den müssen wir leider enttäuschen. Ein Großteil der Stecke führt durch Tunnel, und wenn man zwischendurch das Tageslicht sieht, dann durchfährt man meistens einen Bahnhof oder eine Vorstadt. Wer die Aussicht genießen möchte, sollte in einen Zug mit gemütlicherem Tempo umsteigen. Der Zugwechsel ab Hakata brachte für uns tatsächlich noch sehr hübsche Ausblicke in das ländlichere Japan.

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